Eine Quelle für neue Mitarbeiter

Eine Quelle für neue MitarbeiterEin Volontariat International en Entreprise (V.I.E.) ermöglicht französischen Absolventen 6 bis 24 Monate im Ausland zu arbeiten und dort Berufserfahrung zu sammeln. Auch für die Unternehmen bietet das Programm einige Vorteile. TEXT: YVONNE PÖPPELBAUM


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"Es kommt ziemlich oft vor, dass die V.I.E.- Volontäre nach Abschluss des Programms auch das Angebot bekommen, weiter bei uns zu arbeiten", erzählt Kathi Heinrich, die als Personalreferentin für Bongrain und die Edelweiß GmbH zuständig ist. Gute Leistungen natürlich vorausgesetzt.

5 Volontäre arbeiten im Moment bei Bongrain in Wiesbaden und bei der Edelweiß GmbH in Kempten. Sie bleiben in der Regel für ein Jahr in Deutschland und werden in den Bereichen Marketing, Export, Controlling und Vertrieb eingesetzt. „Gerade suchen wir wieder jemanden für unsere Marketingabteilung", so Heinrich. Lange wird sie vermutlich nicht suchen, denn die Plätze sind begehrt: „Die Kandidaten bewerben sich entweder über Ubifrance oder direkt bei uns. Viele kommen auch auf Messen wie dem Forum Franco- Allemand auf uns zu und schicken dann ihre Unterlagen." Auch der Energiedienstleister Dalkia setzt auf das V.I.E.-Programm. 31 Kandidaten sind im Moment in 13 Ländern weltweit für das Unternehmen in den Bereichen Verkauf, Support, Finanzen und insbesondere in der technischen Entwicklung im Einsatz, 3 davon in Deutschland. „Die Volontäre bringen vor allem ein internationales Profil mit", betont Personalleiterin Janka Stulrajterova einen Vorteil des Programms. „Das ist für uns natürlich sehr wichtig." Kaffeekochen oder Kopieren müssen sie in beiden Unternehmen eher selten: „Wir nehmen die Volontäre ernst und bieten ihnen die gleichen Entwicklungschancen wie zum Beispiel den Junior Produktmanagern", betont Kathi Heinrich. Wer neu im Unternehmen ist, bekommt nicht nur ein Käsepaket, damit er die Produkte kennen lernt, sondern vor allem eine Einführung ins Unternehmen und die verschiedenen Arbeitsbereiche, mit persönlichem Einarbeitungsplan und Schulungen. „Da machen wir keinen Unterschied zwischen Volontären und anderen Mitarbeitern", erklärt Heinrich.

Für die Unternehmen bietet das Programm die Möglichkeit, qualifi zierten Nachwuchs zu finden. „Gerade als deutsch-französisches Unternehmen können wir auch durch die V.I.E.'s und ihr jeweiliges Profil unsere deutsch-französische Unternehmenskultur weiterführen. Und natürlich profi tieren wir auch von den Ideen und Ansätzen die die Volontäre mit ins Unternehmen bringen", so Heinrich. Dass ein V.I.E. ein guter Start sein kann, belegen die bereits übernommenen Kandidaten - ein Paradebeispiel ist Jean-Jacques Santarelli: Inzwischen Geschäftsführer der Edelweiß GmbH, hat er 1996 selbst ein V.I.E. bei Bongrain in Wiesbaden absolviert. Und auch bei Dalkia werden viele der Volontäre übernommen. „Da ist das Programm für uns ganz klar eine Quelle für neue Mitarbeiter", sagt Janka Stulrajterova.
Einziger Wermutstropfen: Die Vorlaufzeit, um Kandidaten einzustelle sei manchmal etwas lang. „Aber das ist eine Kleinigkeit. Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem Programm."

Ein Pendant zum französischen V.I.E. sucht man in Deutschland vergebens. Alternativ kann man sich um ein Praktikum oder ein Stipendium bemühen. „Aber das ist von Deutschland aus ganz schön schwierig", erzählt Heinrich - aus eigener Erfahrung. Sie hat selbst eine Weile in Grenoble studiert und sich vor Ort und mit Unterstützung ihrer Professorin einen Praktikumsplatz in Frankreich organisieren können. „Ohne Hilfe hätte das sicher nicht so geklappt." Ein Volontariat International en Entreprise (V.I.E.) ermöglicht französischen Absolventen6 bis 24 Monate im Ausland zu arbeiten und dort Berufserfahrung zu sammeln. Auch für die Unternehmen bietet das Programm einige Vorteile.

TEXT: YVONNE PÖPPELBAUM