E-Mails am Arbeitsplatz in Frankreich: Vorsicht Fehler!

E-Mails am Arbeitsplatz in Frankreich FehlerUmgangssprache, Abkürzungen, Fehler - schlecht formulierte, hastig runtergeschriebene E-Mails sind ein Ärgernis für den Empfänger und nicht selten landen sie unverzüglich im Papierkorb. Die Grundregeln zu beachten ist dabei gar nicht schwer und schlicht eine Sache des Anstands.

Elektronische Nachrichten sind trügerisch. Unter dem Deckmantel von Lockerheit steckt oft nur eine vermeintliche Freiheit. Mit einem einfachen Mausklick kann man eine Antwort senden, und viel zu oft gehen auf diese Weise die Konventionen herkömmlicher Papierbriefe verloren. Dabei gelten hier wie da dieselben Regeln. Und es ist ein Leichtes, innerhalb kurzer Zeit zu antworten oder eine Mail zu verfassen, und gleichzeitig diese Regeln zu beachten. Eine korrekt verfasste E-Mail an Ihre Vorgesetzten oder die Kollegen kann dazu beitragen, Ihr Image zu verbessern, denn wer richtig schreibt wirkt kompetenter. Wir stellen Ihnen einiger der in Frankreich häufigsten E-Mail-Fehler vor.

Objet: RE : RE : RE : RE : RE : "commande", "informations", "news"

Für die Betreffzeile gibt es nichts Schlimmeres als Unklarheit. Der Empfänger wird in der Flut an E-Mails, die er erhält, eine Mail mit uneindeutigem Betreff kaum öffnen. Er muss genau wissen, worum es geht. Denken Sie beim Schreiben immer: Meine Mail muss Vorrang haben vor allen anderen. Achten Sie also bei der Betreffzeile auf aussagekräftigen Inhalt. Und kurz sollte er sein. Denn eine drei Kilometer lange Betreffzeile wird niemand lesen. Sie wirkt vielmehr abschreckend. Wenn Sie im E-Mail-Kontakt mit einem Kunden oder Zulieferer sind, vermeiden Sie allzu viele "Re:"s. Das wirkt ziemlich abschreckend. Ein einziges "Re:" hingegen ist akzeptabel.

Schreiben Sie: "CR de la réunion du 12/03", oder "Prochaine AG sur le projet Z", oder "Re : Devis (V2)".

"Salut!", "Re-moi" oder "---"

Es ist nicht immer leicht, die korrekte Begrüßung zu finden. Nichts zu schreiben, ist unhöflich. Es gilt, das richtige Maß an Nähe oder Distanz zu seinem Empfänger abzuwägen. Dabei gibt es nun zwei Möglichkeiten:

  1. Sie kennen ihn oder sie nicht. Dann schreiben Sie: "Cher Monsieur". Das kommt in den allermeisten Fällen gut an. 
  2. Sie kennen sich. Dann schreiben Sie: "Bonjour" oder Sie nennen den Empfänger bei seinem Vornamen, gefolgt von einem Komma.

Vermeiden Sie, zumindest bei etwas distanzierteren Kontakten, ein "Salut" oder ein "Coucou, c'est moi.". Das wäre in vielen Unternehmen dann doch etwas zu vertraulich und daher unangemessen. Auch ein "Re-moi" (nochmal ich) in einer zweiten Mail sollte man vermeiden, man setzt sich dadurch etwas herab. Wenn schon eine Konversation besteht, brauchen Sie in allen folgenden Mails nicht mehr zu grüßen. Es geht jetzt um die Vertiefung des Themas, und das wird auch akzeptiert, dazu braucht es keine erneuten "Bonjours".

Schreiben Sie: "Bonjour Madame (ou Madame X)", "Monsieur le Directeur", "Cher Monsieur", "Cher Professeur Y", "Anne".

"Je prendrai les sanctions qui s'imposent", "Les effets néfastes de votre retard" ...

Übersetzung: "Ich werde entsprechende Maßnahmen ergreifen", "Die folgenschweren Auswirkungen Ihrer Verspätung..."

Diese Worte sind zu hart und anklagend und gehen über bestimmte soziale Regeln und Normen hinaus. Beim Kollegen oder Geschäftspartner hinterlassen solche Ausdrucksformen oft ungute Spuren. Insofern ist es wichtig achtzugeben, wie man seiner Wut schriftlich Ausdruck verleiht. Man muss also lernen, sich zurückzuhalten. Bleiben Sie neutral, wägen Sie Ihre Worte genau ab. Ein etwas weniger direkter Stil führt genauso zum Ziel.

Schreiben Sie: "Votre retard nous porte préjudice", "Je suis déçu(e) par votre attitude". 

Übersetzung: "Ihre Verspätung bringt uns in Schwierigkeiten", "Ich bin von Ihrer Haltung enttäuscht".

Rdv, Ns, Vs, qqch, cad, cdt

Der SMS-Stil ist in Geschäftsmails nicht angebracht. Er wirkt nicht sonderlich seriös sondern hastig hingeschrieben, ohne Achtung vor dem anderen. Denn man nötigt ihn, die Arbeit zu machen und witzig abgekürzte Wörter und Botschaften zu entschlüsseln. Das ist tatsächlich etwas zu lässig. Und verbannen Sie das Ausrufezeichen, diese wirken zu emotional.

Schreiben Sie: Vous, nous, cordialement, etc.

"Je vous (serais) gré", "Pallier (aux) difficultés"

Fehlerhaftes Französisch hinterlässt, genau wie eine mangelhafte Rechtschreibung, einen negativen Eindruck. Auf diese Weise untergraben Sie Ihre Glaubwürdigkeit im Team oder gegenüber den Vorgesetzten. Natürlich darf man sich auch mal einen Fehler erlauben, es sollte allerdings wirklich nur einer sein. Zögern Sie daher nicht, in Zweifelsfällen zu einem Wörterbuch zu greifen oder eine Vertrauensperson zu fragen.

Schreiben Sie: "Je vous saurais gré", "pallier les difficultés", "Je me permets de", "J'envoie", "Je vous joins", "Nous avons été reçu(e)s".

"Car en effet", "puis ensuite", "mais toutefois"

Doppelt gemoppelte, redundante Formulierungen wie diese sind einfach nervig. Sie laufen Gefahr von Kollegen ausgelacht zu werden, gerade wenn Empfänger die Mails weiterleiten mit dem Kommentar: "Schon gesehen? Der ist ja blöde." Sowas verbreitet sich rasant.

Schreiben Sie: "car" oder "en effet", "mais" oder "cependant", etc.

"Merci de votre réponse.", "A votre disposition."

Auf Personen außerhalb des Unternehmens, Kunden oder Geschäftspartner, wirken solche Abkürzungen abschreckend. Sie erwecken den Eindruck von Überheblichkeit und grenzen fast an Arroganz. Daher: Schreiben Sie immer ganze Sätze mit Subjekt, Verb, Objekt. Dies ist einfach ein Zeichen von Respekt.

Schreiben Sie: "Je vous remercie de l'attention que vous porterez à ...", "Je me tiens à votre disposition pour ...".

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