Deutsche Unternehmen in Frankreich und französische Firmen suchen neue Mitarbeiter und Personal: Stellenangebote für 2015

Deutsche Unternehmen in Frankreich Stellenangebote 2013Was müssen deutsche Bewerber bei der Suche nach Stellen in Frankreich beachten? Wie wird sich der Arbeitsmarkt 2015 in Frankreich entwickeln? Wir haben Olivier Jacquemond, Geschäftsführer der deutsch-französischen Personalvermittlung Eurojob Consulting, zu den Perspektiven für Deutsche auf dem französischen Arbeitsmarkt befragt.

Wie schauen deutsche Unternehmen, die in Frankreich tätig sind und dort Niederlassungen haben, auf das aktuelle Jahr? Wie sieht es etwa beim Export aus?

Interview Olivier Jacquemond Eurojob-ConsultingO.J.: Obwohl der Export große Mühe hat, wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen, gibt es gute Nachrichten! Nach einer Studie der Deutsch-Französischen Industrie- und Handelskammer (CFACI) unter den deutschen Unternehmen in Frankreich, sind die deutschen Niederlassungen sehr zuversichtlich, was den Außenhandel angeht. Die Mehrheit der exportorientierten Unternehmen rechnet im kommenden Jahr mit stabilen Exporten. Allerdings planen weniger als 20% der deutschen Unternehmen in Frankreich mittelfristig mit einem Anstieg ihrer Investitionen, 2010 waren es noch mehr als doppelt so viele.

Deutsche Unternehmen sind etwas beunruhigt, weil sich die wirtschaftliche Situation in Frankreich verschlechtert - fast zwei Drittel schätzen sie als schlecht ein (57%), oder als sehr schlecht (6%) und 42% erwarten für 2015 eine weitere Verschlechterung - dennoch halten 73% der Befragten an ihren Investitionen in Frankreich fest. Tatsächlich sind die Unternehmen, unabhängig von ihrem Tätigkeitsfeld (Industrie, Handel, Dienstleistungen), bei der Bewertung eigener Aktivitäten optimistischer als bei der Bewertung der allgemeinen wirtschaftlichen Situation in Frankreich.

Wo in Frankreich hat man als Deutscher gute Chancen auf einen Arbeitsplatz?

O. J.: Der Personaldienstleister MANPOWER Frankreich hat mit seinem Arbeitsmarktbarometer für das erste Quartal 2015 herausgefunden, dass die Unternehmen in Frankreich grundsätzlich mit einer Wende auf dem Arbeitsmarkt rechnen. Wenn man die Regionen in Frankreich vergleicht, dann wird deutlich, dass unter den fünf untersuchten Gebieten nur die Arbeitgeber im Süden und Westen eine positive Nettobeschäftigung für das erste Quartal 2015 mit +5% bzw. +2% erwarten. Dagegen wird mit einer negativen Nettobeschäftigung in den Regionen Osten (-4%), Ile-de-France und Norden (-1%) gerechnet.

Im Quartalsvergleich soll im Norden und im Süden die Nettobeschäftigung ansteigen, wohingegen sie im Westen und Osten signifikant mit einem Rückgang von 8 Prozentpunkten bzw. 2 Punkten abnehmen soll. In der Region Ile-de-France bleibt sie stabil. Im jährlichen Vergleich wird für den Osten die stärkste Abnahme der Nettobeschäftigung vorausgesagt (um 9 Prozentpunkte), der Norden und die Ile-de-France verlieren je nur einen Prozentpunkt. Dagegen sollen im Süden die Beschäftigtenzahlen sogar um 6 Prozentpunkte ansteigen. Im Westen bleibt unterdessen die Nettobeschäftigung relativ stabil (2%).

Manpower Cartographie des prévisions 2013

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Manpower

 

Manpower opportunités emploi

Quelle: Manpower

In welchen Branchen wird in Frankreich eingestellt?

O.J.: Im ersten Quartal 2015 planen Arbeitgeber aus vier von zehn in die Studie einbezogenen Sektoren, Neueinstellungen. In den Sektoren Strom-, Gas- und Wasserversorgung wird die Lage besonders optimistisch eingeschätzt, mit einem Anstieg der Nettobeschäftigung von 5%. Es folgen der Finanzsektor, die Immobilien und die unternehmensbezogenen Dienstleistungen, der öffentliche Dienst, Transport und Logistik (+1%). Die Landwirtschaft, Jagd und Fischerei und die Rohstoffwirtschaft, sowie der Handel erwarten keine nennenswerte Entwicklung der Beschäftigtenzahlen. Die Arbeitgeber aus den Sektoren Bauwirtschaft, verarbeitende Industrie und Gastgewerbe, planen dagegen ihren Personalbestand um -1%, -2% bzw. -1% zu reduzieren.

Einem Bericht des Magazins Challenge zufolge, kennzeichnen sich manche Unternehmen besonders durch die Zahl der geschaffenen Positionen. Unter diesen ist Amazon, das ein viertes Vertriebszentrum im Norden eröffnet mit 2.500 geplanten Neueinstellungen, besonders in Berufen aus dem Bereich Logistik.

Das Gleiche betrifft auch die Luftfahrt. Auch hier sollen 2015 neue Stellen geschaffen werden, wie beispielsweise bei Airbus, wo, wie auch schon 2012, um die 5000 Neueinstellungen geplant sind. Der Zulieferer von Airbus und Boeing Safran wird seinerseits 3000 Personen einstellen, besonders um jene Stellen von Mitarbeitern zu kompensieren, die in den Ruhestand gegangen sind.
Die Schiffswerften von Saint-Nazaire sind ebenfalls wieder zu Kräften gekommen. Nach neuen Aufträgen des Kreuzfahrtanbieters Royal Caribean International, können 2100 Arbeitnehmer eingestellt werden, die 4000 neuen Stellen bei den Zulieferern nicht zu vergessen.
Im Westen wird es durch die Arbeiten an der neuen TGV Strecke zwischen Le Mans und Rennes im kommenden Sommer 3000 neue Stellen geben.

Empfiehlt es sich in Frankreich eine Anstellung in einem kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) anzustreben?

O.J.: Die großen Unternehmen sind ja trotz allem die, die - gemessen an der Menge - am meisten Mitarbeiter einstellen, aber wenn man sich die Unternehmen ansieht, die der Krise 2009 am besten widerstanden haben, sind das die KMUs (PME: Petite Moyenne Entreprise), die kleinen und mittleren Unternehmen bzw. Industriebetriebe auf regionaler Ebene. Man sollte trotz der Möglichkeiten und Chancen vorsichtig bleiben und es sich gut überlegen, bevor man einen Arbeitsplatz kündigt. Aber gleichzeitig sollte man auch im Hinterkopf haben, dass jeden Tag, auch in Zeiten der Krise, ständig neue Positionen entstehen.

Hat eigentlich die Wirtschaftskrise Auswirkungen auf den Einstellungsprozess bei französischen Unternehmen gehabt?

O.J.: Es ist möglich, dass der Einstellungsprozess etwas länger dauert, also dass es fünf oder mehr Vorstellungsgespräche gibt. Gleichzeitig könnten die Ansprüche der Arbeitnehmer bescheidener sein. Die, die eine feste Stelle haben, sind sicher nicht bereit allzu große Risiken einzugehen.

Wie sieht der Arbeitsmarkt in Frankreich für junge Hochschulabsolventen und ältere Arbeitnehmer aus?

O.J.: Für Hochschulabsolventen, die 2009 auf den Arbeitsmarkt gekommen sind, ist es immer noch nicht einfach. Zwar gab es eine leichte Besserung, doch hat sich die Situation durch die Schuldenkrise erneut verkompliziert. Daher haben es junge deutsche Bewerber, die in Frankreich arbeiten wollen, mit einem im Grunde gesättigten Markt zu tun. Das betrifft in gleicher Weise auch ältere Arbeitnehmer.
Deutlich wird das in der Anzahl der prekären Arbeitsverträge, also befristete Verträge oder Zeitarbeitsverträge. Im Vergleich dazu bietet der deutsche Arbeitsmarkt aktuell eine Sicherheit, die es so auf dem französischen Markt nicht gibt.

Wie kann man sich am besten auf eine Auswanderung nach Frankreich vorbereiten?

O.J.: Da das Brutto-Gehalt in Frankreich geringer als das in Deutschland ausfällt und da häufig Informationen fehlen, wirken die Gehaltsforderungen von deutschen Bewerbern häufig überzogen. Dafür bieten wir von Eurojob Consulting gratis eine persönliche Gehaltsschätzung passend zum jeweiligen Profil an. Bei dieser Schätzung werden die Differenz von Netto- und Bruttogehalt und regionale Unterschiede miteinbezogen.

Auch die Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgespräche müssen gut vorbereitet werden. Beispielsweise ist der Lebenslauf in Frankreich ganz anders aufgebaut als etwa ein deutscher, Zeugnisse werden meist gar nicht verlangt. Informationen zu all den Besonderheiten des französischen Lebenslaufs, des Anschreibens und der Vorstellungsgespräche können in unseren praktischen Tipps zum Bewerben in Frankreich nachgelesen werden. Außerdem bieten wir einen Übersetzungsservice und ein Coaching an, um deutsche Bewerber bei ihrem Bewerbungsvorhaben zu unterstützen.

Weitere hilfreiche Informationen zum französischen Arbeitsmarkt 2015: