“Das Verhältnis Schüler-Lehrer: Nichts geht mehr!”

ParisBerlin_Lehrer_SchülerIn Frankreich wie in Deutschland fühlen sich die Lehrer unwohl. Die Beziehung zu den Schülern hat sich verändert.


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Ein Grund dafür ist die zunehmende Gewalt bei Jugendlichen. Aber auch viele kleine Ungezogenheiten, wie ständiges Geschwätz im Klassenzimmer oder Mangel an Respekt, sowie wachsende Konzentrationsschwierigkeiten belasten das Schüler-Lehrer-Verhältnis.

In Frankreich haben viele Gymnasien, die in Problemgebieten liegen, den so genannten „Zone prévention violence", grosse Schwierigkeiten. Lehrer leiden an Depressionen, und selbst wenn es im Umfeld ruhig ist, fällt es vor allem älteren Lehrkräften bisweilen schwer, sich auf Schüler einzustellen, die so anders geworden sind wie die Gesellschaft selbst. Manchen Schülern fehlt eine wirkliche Erziehung.

Immer mehr leiden an Hyperaktivität oder an psychologischen Problemen. Die Ursachen dafür liegen oft in Integrationsschwierigkeiten oder in der Arbeitslosigkeit, von der viele Familien betroffen sind. Wie zum Beispiel in Kreuzberg, einem Stadtteil von Berlin mit hohem Ausländeranteil und einer Arbeitslosenquote von über 25%.

Damit seine Kollegen besser mit solchen Situationen umgehen können, bietet der französische Lehrer Sébastien Clerc seit Januar Abendkurse an, in denen Lehrkräfte lernen können, wie sie ihre Klasse besser in den Griff bekommen können. Damit setzt er einen Vorschlag um aus seinem Buch „Au secours! Sauvons notre école". Der junge Franzose hat dieses Buch geschrieben, um seine negativen Erfahrungen zu verarbeiten. Die drei ersten Jahre seiner Karriere erlebte er als einen wahren Leidensweg. Bernard Jouvenel gibt „Coachingkurse" für Lehrer, um ihre pädagogische Kompetenz zu verbessern. In Deutschland werden mancherorts Schüler zu Vermittlern ausgebildet. Dennoch bleiben die Lehrer unentbehrlich. Für sie werden Seminare in Krisenmanagement angeboten. Andere Schulen kümmern sich mehr um gute Beziehungen zwischen der Familie und den Lehrkräften. Denn wer den Eltern hilft, hilft auch den Kindern!