Arbeitslosenversicherung: Worauf man bei der Kündigung während der Probezeit in Frankreich achten sollte

Arbeitslosenversicherung Kündigung Probezeit in FrankreichIhre neue Arbeitsstelle in Frankreich passt nicht zu Ihnen, oder Ihr neuer Arbeitgeber ist mit Ihren Leistungen unzufrieden? Wenn Sie noch in der Probezeit sind, können Sie Ihr Arbeitsverhältnis ohne Vorankündigung jederzeit beenden oder von Ihrem Arbeitgeber ohne Abfindung entlassen werden. Aber Vorsicht: das französische Arbeitsamt Pôle Emploi könnte Ihnen dann eventuell kein Arbeitslosengeld zahlen.

Der erste Fall: Wenn Ihr Arbeitgeber die Probezeit beendet

Wenn die Kündigung vom Arbeitgeber ausgeht, dann steht Ihnen auch Arbeitslosengeld zu. Jeder Arbeitnehmer bekommt das Arbeitslosengeld in vollem Umfang, wenn das Arbeitsverhältnis von seiner Seite aus unfreiwillig beendet wurde.

Einzige Bedingung: Sie müssen genug in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Laut aktuellem Abkommen zur Arbeitslosenversicherung der UNEDIC (Union nationale interprofessionnelle pour l'emploi dans l'industrie et le commerce) vom 6. Mai 2011, müssen Sie in den letzten 28 Monaten mindestens vier Monate gearbeitet haben (122 Tage oder 610 Stunden), bzw. 36 Monate bei den über 50-jährigen.

Wenn dem Arbeitnehmer bei seiner vorherigen Arbeitsstelle gekündigt wurde, muss er belegen, dass er drei Jahre durchgehend in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat (années d'affiliation continue.).

Der zweite Fall: Wenn Sie Ihren Vertrag vor Ende der Probezeit kündigen

Wenn Sie Ihre Probezeit beenden möchten, überlegen Sie sich das im Vorfeld gut. Denn für den Fall, dass Sie für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses verantwortlich sind, steht Ihnen kein Arbeitslosengeld zu.

Sind die Arbeitsbedingungen bei Ihrer aktuellen Stelle für Sie wirklich unhaltbar, empfiehlt es sich, sich mit Ihrem Arbeitgeber zusammenzusetzen und nach einer Lösung zu suchen. Sie können Ihn beispielsweise darum bitten, das Arbeitsverhältnis von seiner Seite aus zu beenden.

Weigert er sich, gibt es für den Arbeitnehmer nicht viele Möglichkeiten. Ausnahmen sind: Sie heiraten oder "pacsen" während der Probezeit und können als Argument anführen, Ihrem Partner "hinterher zu ziehen". Eine andere Ausnahme wäre, wenn Sie während der Probezeit ein Unternehmen übernehmen oder gründen.

Die vorzeitige Beendigung der Probezeit durch den Arbeitnehmer - innerhalb einer Frist von 91 Tagen - gilt als legitim, wenn seine vorangegangene Anstellung durch eine Entlassung, die Auflösung des Arbeitsvertrags oder durch den Abschluss einer ohnehin befristeten Anstellung (CDD) beendet wurde und er sich nicht arbeitssuchend gemeldet hat.

Das ist ein Verwaltungs-Trick: Wenn die Probezeit nicht gut verläuft, können Sie sich auch, um zu Vermeiden, dass Ihnen das Arbeitslosengeld verwehrt wird, bei der Pôle Emploi nur auf Grundlage ihres vorherigen Vertrages melden, so als ob der aktuelle Arbeitsvertrag gar nicht existieren würde.

Letzte Möglichkeit

Und wenn keiner dieser geschilderten Sachverhalte zu Ihrem Fall passt, können Sie sich - nach Beendigung der Probezeit und nach Ablauf der Frist von 121 Tagen - an Ihr zuständiges Arbeitsamt wenden.

Denn wenn sich trotz der Bemühungen des Betroffenen sich beruflich wiedereinzugliedern, zeigt, dass sich seine Arbeitslosigkeit gegen seinen Willen verlängert, kann die "instance paritaire" eine Zahlung ab dem 122. Tag der Arbeitslosigkeit bewilligen.

Das trifft zum Beispiel dann zu, wenn Sie nach dem Ablauf von vier Monaten nach Auflösung des Arbeitsvertrags kein Arbeitslosengeld in Anspruch genommen haben.

Weitere Informationen finden Sie auch unter: