Arbeiten in Paris: Zu hohe Lebenshaltungskosten?

Arbeiten in Paris LebenshaltungskostenSie möchten sich in Paris bewerben und dort leben? Aber Ihre Freunde warnen Sie davor, in die französische Hauptstadt zu ziehen, mit dem Argument, die Lebenshaltungskosten wären dort viel zu hoch. Doch stimmt das auch? Eine von der Bank UBS durchgeführte Studie zur Kaufkraft in großen Städten überall auf der Welt scheint dieses Klischee in Frage zu stellen.

Es ist nicht leicht, die Kaufkraft zu messen. Man muss dafür die Lebenshaltungskosten in einem ganz bestimmten Ort mit den dort jeweils geltenden Gehältern vergleichen. Um das zu erreichen, hat sich die Schweizer Bank UBS im vergangenen April und Mai aufgemacht, die Durchschnittsgehälter und die Preise von 122 Produkten in 72 Städten auf dem gesamten Globus zu untersuchen.

Und das haben sie mit schweizerischer Präzision getan. Herausgekommen sind Ergebnisse, die alle interessieren dürften, die daran denken, ihr berufliches Glück im Ausland zu suchen, bzw. die von ihren Arbeitgebern ins Ausland geschickt werden. Das gilt auch für die entsprechenden Unternehmen.

Die Bank hat sich dabei vor allem an den Big-Mac-Index gehalten, den sie zuvor selbst kreiert hatte. Dieser Index zeigte, dass man in Paris, wie auch in Berlin, mehr als 16 Minuten arbeiten muss, um sich einen Big Mac leisten zu können. Alle Produkte zusammengenommen (vom Big Mac bis zur Miete) ergeben die teuersten Städte der Welt: Oslo, Zürich, Tokio, New York, Hong Kong und Dubai landen dabei vor Paris (siehe Grafik).

Und wo liegt Paris im weltweiten Vergleich? Die französische Hauptstadt landet auf dem 11. Platz, sogar noch hinter Berlin! Das liegt unter anderem an den jeweils geleisteten Arbeitsstunden. In Paris sind das im Schnitt 1555, gegenüber im Mittel 1800 Stunden im Job weltweit. Die Untersuchung schaut dabei natürlich nicht nur auf die Arbeitsstunden von Führungskräften, sondern legt die Werte aller Arbeitnehmer bei einer 35-Stunden-Woche zugrunde. Paris ist also von den Lebenshaltungskosten her gesehen durchaus lebenswert und besser als sein Ruf!

Bleibt abzuwarten, inwieweit die Daten der UBS-Banker Arbeitgeber und Jobsuchende bei einer eventuellen Entscheidung nach Frankreich, Paris, Lyon oder Marseille zu gehen beeinflussen werden.